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Stadtplan Brakel um 1750 – Zeichnung Franke

Der Heimatforscher und Chronist Eduard Franke (1821-1904) hat sich auch intensiv mit Gemarkung, Landschaft und Siedlung von Brakel befasst. Unter seinen Zeichnungen befindet sich eine Skizze des mittelalterlichen Stadtkerns mit Wall und der näheren Umgebung im Radius von etwa einem Kilometer. 

Der Plan ist nach West ausgerichtet, man blickt praktisch von der Seite Stadthalle oder Bökendorfer Straße auf das Stadt-Oval. An anderer Stelle (GenWiki Brakel) wird ein 5-eckiger Grundriss genannt, entstanden aus der Altstadt und Neustadt (1383).

Zur Zeichnung hier die folgenden Anmerkungen

Der Kernbereich umfasst:
  • den Marktplatz mit Rathaus („Markt“)
  • den Kirchplatz mit St.-Michael-Kirche
  • die oberhalb mit Stern markiert „Burg“, die Burgstelle/Stadtburg, den ältesten Siedlungsteil
  • das eh. Kapuzinerkloster („Hospital“)
  • Darunter die Gewässer „Brucht“ und „Kaiwaqsser“ sowie die „Neustadt“
Die Stadtmauer

Die Stadtmauer ist als dünner Strich eingezeichnet. Sie ist 1,2 bis1,5 Meter breit und bis heute weitgehend erhalten.

Die vier Stadttore

Markant sind die vier Stadttor, im Uhrzeigersinn:

  • oben das Hanekämper- und das Thytor („Tiethor“). Letzteres war das Haupttor.
  • unten das  „Königsträßer oder Meßmaker/Messmecker-„ sowie das Ostheimer („Ostmer“) Tor
Die vier Türme der Befestiungsanlage

Im Stadtoval sind vier Türme („Thurm“)eingezeichnet, mit Lage zwischen den Toren zur Überwachung der Mauerbereiche. Sie waren wichtiger Teil der Befestigungsanlage und Rückzugsorte der der Stadtwache:

  • Der Westturm (Schützenstraße. Nordmauer)
  • der Nordturm (Nordmauer)
  • Ostturm (Ostmauer)
  • Südturm (Südmauer)

Der Südturm war wohl der letzte genutzte Turm, heute Haus Südmauer 12. Er ist als „Fangenturm“ d. h. als Gefängnisort mit Raum für die Wachmannschaften überliefert.

Zur räumlichen Ausdehnung und Gliederung

Das eigentlich Nord-Süd-Oval (bei Franke: Ost-West) misst nach normale Karten

  • Innen 450 mal 300 Meter, also 13-15 ha
  • Außen 500 mal 350 m, also ca. 17-18 ha

Das entspricht auch der Größenordnung anderer vergleichbarer Stadtkerne im Hochstift Paderborn.

Die ausgeprägte Wall- und Grabenzone vor der Mauer besteht

  • Aus der vorgelagerten Grabenzone und dem  
  • Aufgeschütteten Wallkörper.

Die Befestigungsanlage umfasst eine stattliche Breite von 20-30 Meter. Das Gebiet wurde später verfüllt oder angeglichen an das Gelände und dann als Gartenland und Grünfläche genutzt – zunächst verpachtet, dann häufig im Privateigentum.

Erkennbar ist oben (Westmauer) der Eintrag „Lust-/Bleichgärten“, sowie „Westerlinde“ (Kreuz und Linde) sowie „Teiche“ (Feuerteich). Im Norden (Nordmauer) ist die Siedlung „Die Brede“ vorgelagert.

Die heute noch vorhandenen offenen Abschnitte bilden heute eine wichtige Grünzone und sind ein Erholungsraum. Die Gestaltungs- und Erhaltungssatzung der Stadt Brakel schützt den historischen Stadtkern mit den Außenalgen.

Zu den Gewässern

In Längsrichtung des Ovals fließen zwei Wasserläufe, weil das Gefälle von West nach Ost besteht

  • Der Markensiek (heute Siechenbach genannt) fließt an der linken Seite entlang. Er mündet in die Brucht, die gleichzeitig den „Mühlengraben“ bildet.   
  • An der rechten Seite fließt der hier namenlose „Bach“, der Bredenbach. Dieser ist heute verrohrt und der Streifen als „Bredenstraße“ ausgebaut.
  • Jenseits der „Brucht“ fließt im Bogen das „Kaiwasser“, das den „Hakesbach“ aufnimmt, der aus der Helle kommt. Die Quelle ist in Hainhausen.

Stadtplan-Zeichnung Franke, Ausschnitt mit Kernstadt


Quelle

Nachlass Franke. Pfarrarchiv St. Michael