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Arbeitsdienstlager der weiblichen Jugend im eh. Amtshaus

Die Bereitschaft, sich für die „Volksgemeinschaft“ zu engagieren war groß und junge Mädchen hatten nach der Schule nicht viele berufliche Möglichkeiten und Perspektiven. So hatten solche Lager Zulauf. Die 40 Mädchen waren vermutlich das ganz Sommerhalbjahr bis November in der Lagergemeinschaft.  

Neben dem Landjahrlager in Hainhausen gab es in Brakel ein Arbeitsdienstlager in der Warburger Straße, dem eh. Amtshaus der Amtsverwaltung. Der Tagesablauf war ebenso stramm organisiert und anders als in Hainhausen mehr auf die Hilfe im Haushalt bei bedürftigen Familien ausgelegt: Auf den landwirtschaftlichen Höfen bei der Haus- und Gartenarbeit und bei kinderreichen Familien leisteten die „Arbeitsmaiden“ in der schlichten blauen Kleidung täglich sieben Stunden Hilfe.

Im Lagerleben ging es nicht ohne Fahnenapell, Leibeserziehung, staatspolitische Schulung, Erste-Hilfe-Kurs und Gemeinschaft ging es auch hier nicht. Die Lagerführerin stellte ihr Haus am 23. September 1938 einem Redakteur (m/w) vor und zeigte die mustergültig geführte Einrichtung mit Küche, Arbeitsraum, Waschanlage, Krankenzimmer und dem Schlafraum, der „Sperlingsluft“ hoch oben unterm Dach.

Literatur
  • Nethegau- und Weserzeitung v. 23.09.1938: So sieht es im Lager der des Arbeitsdienstes der weiblichen Jugend aus – Eine lehreiche Besichtigung.
  • Ebenfalls abgedruckt im Buch Engemann/Ernst 1988, Nationalsozialismus in Brakel, S. 28