Bildung des Kriegs-Komitees von 1914
Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wird am 14. August 1914 ein Komitee der Stadt gebildet, um die Soldaten zu unterstützen durch Sammlungen, zur Bereitstellung von Räumen für durchziehende Truppen und für die Krankenversorgung und als Lazarett.
Mit großen Worten schwört Burgermeister Koberg auf die neuen Zeiten ein
Mit großen Worten schwört der Bürgermeister auf die neue Zeit ein: Es herrschten 43 Jahre Frieden, wobei der Kaiser immer Ruhe bewahrt habe. Feierlicher Höhepunkt ist die Verlesung der Thronrede des Kaiser Willhelm II. vor dem Reichstag vom 04.08.1914. Alles Parteien stimmten zu einschließlich der SPD.
Es sei die Pflicht der Stadt, sich vorzubereiten auf „Kriegsnöte“. Der Bgm. nennt auch Realitäten: “Viele werden den Heldentod sterben, andere werden zu Krüppeln geschossen“. Er ahnte schon, was folgen sollte. Gefalle sind aus Brakel nach 4 Jahren Krieg 115 Soldaten.
Einmütig wird der gut vorbereitete Vorschlag des Bürgermeisters Koberg beschlossen.
Das Haupt-Komitee wird vom Bürgermeister, Rechtsanwalt Temming und Johannes Meyer (Kaufmann). Zu den vier Beisitzern gehört auch der jüd. Kaufmann August Sommer (Königstraße).
Sechs Hilf-Komitees werden gebildet:
- für Landwirtschaft (Ernte und Aussaat)
- für Geldsammlungen
- für Pflege von kranken Kriegern und Rekonvaleszenten
- für die Unterstützung von Familien, die Soldaten stellen
- zur Versorgung von durchfahrenden Truppen und
- für das Sammelwesen von Gegenständen, Rohstoffen
Von den sechs Leitungspersonen sind drei Frauen und unter den Mitgliedern sind fünf jüdische Mitbürger:innen. Das ist ein schönes Bespiel für die Emanzipation und Integrierung zu diesem Zeitpunkt.
Die Versammlung endet mit einem dreifach donnernden Hurra! Die nationale Begeisterung ist beispiellos. Der Patriotismus für das deutsche Vaterland erreicht eine neue Stufe.
