Der Amtmannteich und der NABU-Tümpel
Der Amtsmannteich (Amtmannsteich) und das Feuchtgebiet sind Teil einer ehemaligen Gemeindeweide, die als Industriegebiet erschlossen wurde. Das Problem, der hohe Grundwasserstand macht besondere Vorkehrungen notwendig. Es wurde sogar ein Kanal zur Wasserabführung in die Aa bei Riesel erwogen. An dem Siechenbach, der aus mehreren Quellen das Gebiet entwässert, liegen im Stadtbereich hochwassergefährdete Wohnflächen.
Die landwirtschaftlichen Flächen sind dräniert und ergeben für das Bergland sehr guten Ackerboden mit Bodenpunkten um 70.
Lage Amtmannteich
Der kleine Teich von 150 qm liegt jenseits der Ostwestfalenstraße, Höhe Driburger Straße im Industriegebiet Brakel West/Riesel. Er hat seinen Namen von den ehemaligen Direktoren (bzw. Amtmänner) des Amtes Brakel (bis 1970 in der Warburger Straße), die sich gerne zur Entenjagd hier aufhielten.
Ehemaliges Feuchtgebiet
Das Quellgebiet des Siechenbaches ist in alten Karten zu erkennen. Dort ist noch der ursprüngliche Bachlauf dargestellt. So speist sich der Siechenbach aus zwei Quellarmen: Der eine entspringt am Bohlenweg, der zweite im Bereich Hinteres Feld Riesel etwas auf Höhe eines Stallgebäudes am Wirtschaftsweg nach Riesel. Die beiden Arme vereinigen sich nahe der Aral-Tankstelle in der Driburger Straße. Der kleine Nebenarm fließt an dem Schulgelände des Kolping- Berufsbildungswerkes entlang bis zu Grundschule. Ab der Kreissporthalle bis zum Lidl-Markt sind beide Arme verrohrt.
Der Hauptarm des Siechenbaches quert das Wohnviertel (Tegelweg usw.) nördlich der Driburger Straße und findet nur noch im Bereich Bohenkamp eine offene Grünfläche, die ab 2023 bebaut wird als Wohnanlage Bohenkamp von Fa. Allerkamp-Lücking und der Lebenshilfe Brakel mit 50 Wohneinheiten und Versorgungseinrichtungen für junge und alte Menschen.
Charakter
Der Amtmannteich ist ein Quelltümpel, ein Kaltteich ohne Zufluss. Im Sommer fällt er häufig trocken
Ein hoher dichter Pappelkranz umringt den Teich. Der Schatten sorgt für Kaltteich-Eigenschaften wie niedrige Wassertemperatur. Kennart ist der Flutende Hahnenfuß (Juni-August) mit kleinen weißen Blüten und bis 6 m lange Sprossen.
Maßnahmen
2008 Im Spätsommer wird die Sohle vertieft mit einem schweren Bagger.
2015 Zahlreich kräftige Pappeln gefällt aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht der Stadt.
Die NABU-Fläche (Feuchtgebiet)
Daneben liegt das Feuchtgebiet „Auf dem Sieke“ in der Größe, von 1,1 ha. Es enthält zwei Tümpel, das sind schützenswerte aquatische Biotope. Drum herum der Bewuchs mit Gehölzen, die ab und zu ausgelichtet werden, die über den NABU erfolgt. Das Areal ist eine ideale Brut- und Versteckmöglichkeit für div. Tierarten in der strukturarmen Feldflur. Es ist Die Kleingewässerkartierung von 1998 folgende ergab Amphibien, Libellen, Gelbe Schwertlilie. Weitere Kartierungen (Andreas Peine FH Höxter) fanden alle vier Molcharten der Region: Kamm-, Berg-, Faden- und Teichmolch. Kartierungen durch David Singer 2008 (Vogelkundler) sind in der Umweltdatenbank des Kreises Höxter festgehalten.
Im Rahmen des Ausbaus entstand zwei Regenrückhaltebecken, die schonend als Habitate bewirtschaftet werden.
Die Anlage hat touristische Bedeutung. Sie ist über eine Brücke über die Bundesstraße mit der Wohnbebauung verbunden und wird von Spaziergängern und Radfahrer genutzt.
Ein offener Korridor in die freie Landschaft ist nicht möglich
Das Areal westlich, die Anbindung an die freie Landschaft nach Westen entlang des Fließgewässergrabens, wird ebenso bebaut einschließlich Querstraße. Es besteht Sorge, dass der vorgesehene Pufferstreifen von insgesamt 20 m Breite als Biotopvernetzung nicht ausreicht und das Gebiet seinen besonderen ökologischen Zustand verliert. Auch die Gefahr der Austrocknung ist gegeben.
Literatur
- Vgl. www.egge-weser-digital.de — Beiträge zur Naturkunde zwischen Egge und Weser Heft 20 (2008),
- Der Amtmannsteich – Ein Kleinod der Natur am Rande Brakels. Von Heinrich Hachmeier, mit Bildern von Jürgen Kräutle
- Wieder in Pflege: Ehrenamtlicher Naturschutz auf vier NABU-Flächen in Brakel. Von David Singer: S. 161-164.
Im Rahmen von Umweltgutachten der Baumaßnahmen werden die Erhebungen weitergeführt.
Zum Industriegebiet „Brakel West – Riesel II“
1996 werden konkrete Pläne vorgestellt über das große Gebiet von 25 ha, das von der Driburger Straße zum Weg „Im Hinteren Felde“ und bis zum Bohlenweg reichen wird. die planungsrechtlichen Voraussetzung Änderung des Flächennutzungsplans und Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutz sind kein besondere Hindernis. Der Bebauungsplan Nr. 40 wird auf den Weg gebracht.
2001 folgt die Erschließung von der Ostwestfalenstraße aus
- 2002 Baubeginn
- 2020 Erweiterung Bauabschnitt Nr. 3 Bebaut sind 20 ha
- 2022 Erweiterung Bauabschnitt Nr. 4 mit 10 ha insgesamt
- 2023 Erweiterung Bauabschnitt Nr. 5
- 2025 Erweiterung Bauabschnitt Nr. 6 mit 7 ha
Vgl. Stadt Brakel/Bauleitplanung/Bebauungsplan Nr. 40
