Die Konskriptionslisten für jüd. Wehrpflichtige 1812
. . . Die Judentabellen für die Distrikte Kassel, Höxter, , Paderborn, Bielefeld
Diese Tabellen zur Erfassung der männlichen jüdischen Personen („Israeliten“) wurde erstellt für die Erfassung der wehrpflichtigen jungen Männer im Alter von 20-25 Jahren (später Alter 17-24 Jahre, Reservestatus bis 30 Jahre). Diese „Sub- oder Konskriptionslisten“ waren auch in der nicht-jüdischen Bevölkerung unbeliebt, weil man Musterung und anschließend langen und harten Wehrdienst fürchtete.
Die Namensliste für Brakel trägt die Bezeichnung „Namenliste Kanton Brakel und Vörden“ und umfasst 8 Blätter (Brakel 1-6, Vörden 6-8). Die laufenden Nummer 1-44 betreffen Brakel (44 Personen), die Nummern 45-81 (27 Personen) Vörden, wobei Erkeln hierin mit 2 Personen enthalten ist. Frohnhausen (1 Person) gehörte zum Kanton Gehrden/Dringenberg.
Die erfassten Personen sind in den Orten geboren oder daselbst „domifiziert“, d. h. örtlich dingfest gemacht und zugeordnet.
Besonderen Wert gelegt wurde auf das genaue Geburtsdatum. Auch die Namen der Eltern sind verzeichnet und die Angabe der Quelle für den Eintrag.
In der Spalte „Gewerbe“ sind für Brakel zu finden
- (je mehrfach): Handel, Schlächter und Pferdehändler
- (je einfach): Buchbinder, Makler, Vorsänger
Die Jahreszahlen (Geburtsjahre) beginnen um 1755 mit Ausnahme der 1729 für ein Elternpaar. Das heißt die erfassten männlichen Personen waren 0 bis über 60 Jahre alt.
Die für die Kontributionsliste interessanten 24 jungen männlichen Personen im Alter bis ca. 30 Jahren: Hakesberg (4), Lobbenberg (1), Löwenstein (1), Scheideberg (1), Schelges (1), Stern (2) sowie
- Flechtheim
David und Megge Flechtheim hatten 1812 die 3 Söhne David (1800), Isaac (1802) und Abraham (1806) - Heineberg
Jacob und Prinzgen Heinemann hatten 1812 die 4 Söhne Salomon (1801), Abraham (1806), Beermann (1809) und Jacob (1812) - Ostheim
Seligman und Röschen Heineberg hatten 1812 die 4 Söhne Isaac (1796), Jacob (1800), Moses (1800) und David (1805) - Sudheim
Sadoc und Hanne Sudheim hatten 1812 die beiden Söhne David (1805) und Sostman (1812).
David und Reele Sudheim waren Eltern von Levi (1882)
Literatur
- Ursula Olschewski (Hg.):
Verzeichnis der von den Juden des Königreichs Westphalen angenommenen Familiennamen – Distrikte Bielefeld, Höxter und Paderborn des Departements Fulda. Materialien der Historischen Kommission für Westfalen (LWL, Band 18. Münster 2021
