Essigfabrik
Einer der ersten Gewerbebetriebe an der Warburger Straße waren die 1911 (1910?) gegründeten Chemischen Werke der Firma Henkel & Baertling, Holzminden („Essigfabrik„).
Sie stellten Holzkohle und Holzessig her, auch andere giftige Chemikalien.
Die Firma machte zeitweise durch Umweltdelikte Schlagzeilen. So zogen zeitweise Abgase bis in die Stadt (insbesondere zur Straße Am Gänseanger). Das Wasser der Nethe war teilweise stark belastet (evtl. auch als Folge eines Brandes durch Löschwasser der Zuckerfabrik. Die Bilanz eines Zwischenfalles war, dass die Nethe bis Ottbergen praktisch fischfrei war und dass die Rinder bis Ottbergen für einen gewissen Zeitraum nicht mehr mit Nethewasser getränkt werden durften.
Die Firma ist um 1925 verschwunden. Das Gelände ging an das große jüdische Landhandelsunternehmen Weiler-Heineberg-Flechtheim, das vorher in der Stadt an verschiedenen Orten ansässig war (und blieb). 1936 musste der Standort verkauft werden im Zuge der rigiden wirtschaftlichen Beschränkungen („Arisierung“).
