1. Startseite
  2. »
  3. Familie Hoitband (Wolfskule 38)

Familie Hoitband (Wolfskule 38)

Das Haus (alte Hausnummer 242) ist stadtbildprägend im Bereich Ostheimer Straße/Ecke Wolfkuhle. Hinter dem großen Fachwerkhaus befinden sich weitere Objekte im Hofbereich.   

Die Vorfahren

Der Name Hoitband taucht (in verschiedenem Schreibwesen) im Bürgerbuch der Stadt Brakel (von W. Leesch) seit 1549. Es folgen weitere Eintragungen 17. Jh. (4), 18. Jh. (6). Der Titel Ratsherr ist enthalten. Verwandtschaftliche Beziehungen gab es zu Familie Brautlacht (Wolfskuhle 40).

Zur Familie

Im 19. Jh. ist die Familie greifbar mit
Joseph Hoitband (1799- ). Er heiratete 1824 Anna Maria geb. Franzen (..) das Paar hatte 7 Kinder, darunter:

  • Ferdinand (1826-), Ackermann auf dem Hof
  • Heinrich (1828-1891), Hofnachfolger
  • Friedrich  (1836-)
  • Eduard (1838-1902), Bäcker

Zu Heinrich Hoitband (1828-91): Im Alter von 56 Jahren heiratete er 1884 die 30-jährige L(o)uise geb. Walter (1853-)aus Riesel. Die beiden Kinder waren:

  • Ferdinand (1885-1933) und
  • Anna (1888-1912)

Sie sterben beide an der Lungenkrankheit TB (Tuberkulose).

Quelle: zahlreiche Informationen verdanke ich Eduard Hoffmeister (2026), St. Augustin

Die letzte Generation: Ferdinand Hoitband (geb. 1885)

Ferdinand (1885-1933) wurde Priester – mit Weihe 1910 in Paderborn. Nach einer Station im Sauerland (Halberbracht bei Elspe) wurde er 1813 Vikar/Kaplan im bekannten Marienwallfahrtsort Verne bei Salzkotten.

Er starb im Alter von 47 Jahren bei einem Kuraufenthalt in Bad Wildungen und wurde in Verne beerdigt. Als sein Vater starb, war Ferdinand 6 Jahre alt und die Mutter verwaltete den Besitz.

Ferdinand stiftete 1916 den großen Bildstock Am Gänseanger, der bis heute besteht und lange Station der jährlichen Fronleichnamsprozession war.

Zum Haus- und Grundbesitz

Im Jahr 1672 (Schatzregister, siehe Buch Ewald, S. 110) gehört Hoitband mit 106 Morgen Ackerland (als Nr. 9) zu den neun größten Grundbesitzern der Stadt.

Im November 1845 ist der Hof Ausgangspunkt eines verheerenden Großbrandes, der gr0ße teile der mittleren Ostheimer Straße zerstört (50 Häuser und Nebengebäude).

1912 werden bei einer Land- und Wiesenverpachtung in Modexen 8 ha Hoitband und 19 ha Louis Eggers verpachtet. Auftraggeberin Louise Hoitband.

1933 werden Haus und Hof (ca. 1.800 qm) und Acker (9,8 ha, Modexen ) und Wiesen 1,3 ha (Annenkapelle und Hahnenhof ) verkauft. Auftraggeber: Universalerben Hoitband. Danach (1935) werden nachmals Teile des Besitzes inseriert.
Quelle: Brakeler Anzeiger v. 13.07.1912, v. 14.08.1933 und v.29.03.1935.

Zum Haus: Das Haus soll um 1600 ein Klosterhof von Hardehausen gewesen sein. Das Anwesen wurde die bekannte Schlossereibetrieb Wilhelm Kornacker, Kunstschlosser aus Wehrden. Danach ist es im Privatbesitz.  Es ist als Baudenkmal eingetragen. Aus der Beschreibung: Fachwerkhaus (2-geschossig) mit 7 Achsen und einem verblendeten Giebel. 

Adressbücher zu Ostheimer Str. 38

1921 (Straßenverzeichnis): Witwe Wilhelm Hoitband, Ostheimer Str.. 38, bisher Nr. 242
1922 (Adressbuch): Wilhelm Hoitband, Wwe.
1929 wird Witwe Elisabeth Hoitband genannt.
1952 ist das Haus an Wilhelm Kornacker übergegangen, unter den 9 Mitbewohnern ist der Name „Wwe. Hoitband“. Wilhelm Kornacker (Schlossermeister) betreibt eine Stahl- und Leichtmetallbau-Firma .