Heft 39/1983
Die Warte (Heft 39, S. 16-17): Die Suche nach Arbeit im 19. Jh. – Ein Amerika-Auswanderer aus Brakel berichtet. Von Ulrich Ernst.
Von der abenteuerlichen Reise im Jahr 1858 berichtet Josef Potthast, der von einem Hof in Brakel stammt. Sein älterer Bruder Franz war wie weitere Personen aus Brakel auf seiner Reise einige Zeit vorher gefahren und gut etabliert. Um 1858 war es weitaus schwieriger, Fuß zu fassen. Von der Reise über den Atlantik, die Reise von New York nach Detroit und wieder zurück, sowie der geplanten Schiffspassage durch den Panama-Kanal nach Sand Franzisko, davon handelt der 10-seitige Brief vom 8. Nov. 1858 (aus Chicago vermutlich) an die Familie in Brakel. Für die Hoffnung auf ein besseres Fortkommen als in dem überbevölkerten und sozial schwachen Brakel musste der junge Potthast eine strapaziöse Reise mit dem Segelschiff ab Bremerhaven am 4. Mai antreten. Es dauert sechs Monate, bis er nach vergeblicher Arbeitssuche die Weiterreise nach Kalifornien antritt. Zwei Kartenausschnitte zeigen die Fahrtroute. Von einem überdrehtes Methodisten Campus im Wald über 10 Tage wird berichtet.
Als Brakeler sind im Text benannt:
- Wilhelm Husemann (Mitreisender), Johann Linnemann (N. Y.), Johann Knüdeler, Engelbert Düweke
Aus einem Text 1983: Lt. Umfrage 29 % deutscher Herkunft: Wegen des Ersten Weltkriege legen die meisten ihr Deutschtum relativ früh ab. Harte Arbeit ist die Voraussetzung für Erfolg in USA.
