Inbetriebnahme der neuen Kreisberufsschule in Brakel
Artikel in der Nethegau- und Weserzeitung vom 2.10.1939. Foto und vermutlich auch Text von Lorenz Rox,, Architekt im Büro Allerkamp.
Das Gebäude ziert schöne Einfachheit und beste Handwerkskunst, heißt es. Neben den Berufsschulen Bad Driburg und Höxter ist jetzt in Brakel eine würdige Einrichtung für die werktätige Jugend entstanden.
Nichts zieret eine Stadt so sehr / als edle Kunst und gute Lehr.
Dieser Spruch prangt in der gewölbten Vorhalle der neuen Schule in großen Lettern innen über dem Haupteingang.
Das Büro Architekt Allerkamp hat die Bauflucht zur Ecke Bohlenweg neu gestaltet und den vorhandenen Graben mit einbezogen. Der markante Eingang ist mit dem wuchtigen Eckpfeiler so gestaltet, dass ein Herausstürzen der Schüler auf die Hauptverkehrsstraße verhindert ist. Mauerstein hier, wie auch die abgerundete Mauer zum Hof, sind Sollingquadern.
Die Werkräume Holz und Eisen (mit offener Schmiede und Schweißgeräten) sind im Untergeschoss mit Zugang von hinten untergebracht. Im großen Flur im Erdgeschoss steht ein Treppenpfosten aus Eiche mit Verzierungen (Schnitzereien). Zwei Mädchen-Klassenräume befinden sich im Obergeschoss.
Der Fußboden ist mit Solnhofener Platten*) belegt. Die Haustür ist mit handgeschmiedeten Beschlägen versehen. Im Hof ist Platz für einen Fahrradschuppen, einen Autostellplatz und gärtnerische Anlagen.
*) Der Sonthofener Naturstein stammt aus Bayern (Fränkische Alb) und ist ein sehr harter Kalkstein mit Farbspiel von hell, beige, grau bis rosa,
So geht es weiter
- Das Amtsgericht, das sich im Rathaus befand, wird hierher umgesiedelt, bis es ab 1979 in die große Fläche mit einem Klinker-Neubau in die Nieheimer Straße 17 zieht.
- In das alte Gebäude ziehen eine Arzt- und Physiopraxis, dann eine Versicherung usw.
