Jüdischer Friedhof
Der Friedhof in der Straße „Am Hembser Berg“ wurde um 1850 angelegt und von 1854 bis 1949 belegt. Eine Vorgängereinrichtung war im Bereich Klöckerstraße (heutige Grundschule) vorhanden. Von dort liegen keine Grabsteine vor,
Auf dem jüdischen Friedhof stehen ca. 230 Grabsteine. Bei der Zerstörung in der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof stark verwüstet und erst in den späten 1950er Jahre wieder würdig hergerichtet. Seit 1993 ist der Ort als Bodendenkmal in die Denkmalliste eingetragen.
Die Tafel am Eingang trägt die Inschrift: „Friedhof der jüdischen Kultusgemeinde Brakel, belegt von 1859-1949“. Nach jüdischem Ritus müssen die Gräber erhalten bleiben bis zur leiblichen Auferstehung beim Jüngsten Gericht.
Gedenktafel der Opfer
Am Eingang weist eine Gedenktafel auf die im Nationalsozialismus ermordeten Personen hin: „Durch Einwirkungen nationalsozialistischer Verfolgungsmaßnahmen gestorben“ Die Tafel enthält:
- 35 Namen: 18 weiblich, 14 männlich
- Geburtsdatum und -jahr: 1872 – 1924. Zum mutmaßlichen Todesjahr 1942 waren die Personen zwischen 18 und 70 Jahre als. Das mittlere Alter liegt bei 47 Jahren.
- Sterbeort: Unter den Namen der KZ ist Ausschwitz (15 mal), Theresienstadt (7 mal) und Riga ( 5 mal) genannt. Hinzu kommen weitere 5 Orte, darunter auch einmal HH-Fuhlsbüttel (Zuchthaus).
Die jüdischen Personen aus Brakel wurden in Deportationszügen von Bielefeld aus unter unwürdigen Bedingungen zugewiesen. Kinder wurden i. d. R. von den Eltern getrennt.
Theresienstadt galt als sog. Altersghetto, das alten, prominenten Personen vorbehalten war sowie Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkrieges. Aus Brakel waren dies Flechtheim (2), Rothenberg (2) sowie Hakesberg, Rose und Scheideberg.
Literatur
- Bernhard Junker: Zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Brakel. In: Brakel 729-1229-1979, S. 294-298
- Stadt Brakel (2005), pdf-Datei: „Jüdischer Friedhof in Brakel“, eine Dokumentation der Grabinschriften mit Fotoaufnahme der Grabsteine.
