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Jüdischer Friedhof

Der Friedhof in der Straße „Am Hembser Berg“ wurde um 1850 angelegt und von 1854 bis 1949 belegt. Eine Vorgängereinrichtung war im Bereich Klöckerstraße (heutige Grundschule) vorhanden. Von dort liegen keine Grabsteine vor,

Auf dem jüdischen Friedhof sind ca. 230 Grabsteine (bzw. Grabstellen) angelegt. Bei der Zerstörung in der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof stark verwüstet und erst in den späten 1950er Jahren wieder würdig hergerichtet. Seit 1993 ist der Ort als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.

Die Tafel am Eingang trägt die Inschrift: „Friedhof der jüdischen Kultusgemeinde Brakel, belegt von 1859-1949“. Nach jüdischem Ritus müssen Gräber erhalten bleiben bis zur leiblichen Auferstehung beim Jüngsten Gericht.

Es sind 62 Grabstellen vorhanden mit lesbaren Namen. Von weiteren 52 Gräbern ist der Name unleserlich, oder es ist nur der Grabsteinsockel oder eine Einfriedung vorhanden. Oder die Inschrift-Platten fehlen.   

Nur ein Doppelgrab ist vorhanden (Liebenberg in Reihe 8) und Gräber für sechs Kinder sind identifizierbar. Die Ehepaare liegen nach jüdischer Tradition in Einzelgräbern nebeneinander.

Die Namen der Gräber auf dem Jüdische Friedhof
 Anzahl Grabsteine mit NamenNamen auf Gedenktafel für 34 NS-Opfer
1 x16 NamenLefebre +4, Rose +3
2 xBibo, Buchthal, Heinemann, LiebenbergHeinemann +4, Liebenberg +1
3 xHeineberg, Neuburger (Erinnerung), Sud(t)heimHeineberg +1
4 xKönigheim*, Löwenbaum, RothenbergRothenberg +3
5 xDalberg, Hakesberg*Hakesberg +5
6 xFrohsinn, Lobbenberg, Scheideberg*Lobbenberg +4 (3), Scheideberg +1
7 xFlechtheim, WeilerFlechtheim +2 (3)
8 xStein 

*) Familien in Erkeln ansässig

Hinweis zu Lobbenberg (aus der Literatur): Hermann Lobbenberg wurde 1941/42 auf dem verwüsteten Friedhof beerdigt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Gedenktafel der NS-Opfer

Am Eingang weist eine Gedenktafel auf die im Nationalsozialismus ermordeten Personen hin: „Durch Einwirkungen nationalsozialistischer Verfolgungsmaßnahmen gestorben“ Die Tafel enthält:

  • 35 Namen: 18 weiblich, 14 männlich
  • Geburtsdatum und -jahr: 1872 – 1924. Zum mutmaßlichen Todesjahr 1942 waren die Personen zwischen 18 und 70 Jahre als. Das mittlere Alter lag bei 47 Jahren.
  • Sterbeort: Unter den Namen der KZ ist Ausschwitz (15 mal), Theresienstadt (7 mal) und Riga ( 5 mal) genannt. Hinzu kommen weitere 5 Orte, darunter auch einmal HH-Fuhlsbüttel (Zuchthaus).

Die jüdischen Personen aus Brakel wurden 1942/42 nach Bielefeld verbracht, wo sie in Sammelzügen unter unwürdigsten Bedingungen einzelnen Lagern deportiert wurden. Kinder wurden i. d. R. von ihren Eltern getrennt.

Theresienstadt galt als sog. Altersghetto, das alten, prominenten Personen vorbehalten war sowie Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkrieges. Aus Brakel waren dies Flechtheim (2), Rothenberg (2) sowie Hakesberg, Rose und Scheideberg.

Literatur
  • Bernhard Junker: Zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Brakel. In: Brakel 729-1229-1979, S. 294-298
  • Stadt Brakel (2005), pdf-Datei: „Jüdischer Friedhof in Brakel“, eine Dokumentation der Grabinschriften mit Fotoaufnahme der Grabsteine.