Die Emde und Glaskunst
Die Siedlung Emde und die Glaskunst

Die Siedlung Emde und die Glaskunst
Die alte Siedlung Emde [1] liegt 10 km westlich von Brakel am Emder Bach auf einer Waldinsel. Über eine lange Zeit wurden dort grobes, dann aber nur noch feines Glas mit Glaskunst (Glas mit Goldrand, Bierseidel, Schnapsgläser usw. mit Dekor Wappengravur) hergestellt. Die Hütte hatte das Vorrecht 1727 bekommen und bis zum Ende (bzw. Verkauf an die Asseburger) 1878 beibehalten. Sie erlangt damit eine Sonderstellung unter den vielen Glashütten der Region.
Berühmt ist die barocke Glaskunst von der Glashütte Emde
In einem Warte-Artikel [2] wird ein besonderer Glaspokal aus dem 18. Jh. von der Emde detailliert beschrieben und dargestellt: Der Trinkpokal besteht aus den Teilen Kuppa (Schale), Schaft und Fuß. Alle Elemente sind aufwändig verziert. Der Pokal misst 24 cm Höhe, das Volumen beträgt 234 ccm und er wiegt 602 g. Als Verzierungen finden sich Schiff, Motive Luftperlen und Goldrand.
Das Trinkgefäß ist über die gesamte obere Glasfläche mit bergmännischen Szenen verziert. Experten loben den Detailreichtum der Szenen, Kleidung und Werkzeug des meisterlichen Glasschnitts.
Der Pokal wird der „feinen Hütte Emde“ bei Brakel zugeordnet und die Herstellungszeit auf 1763/1770 (Regentschaft des Paderborner Fürstbischofs Wilhelm Anton von der Asseburg).
Im Artikel wird die Arbeit bestimmten Glasmeistern zugeordnet und sie wird mit Exemplaren aus anderen Hütten verglichen.
Literatur
- [1] Vgl.: http://brakel-agrar.de/index.php/betriebe-kapitel/brakel-betriebsstruktur/schloss-hinnenburg/siedlung-emde-hinnenburg
- [2] Hans Uwe Trauthan: „‚Glück auf‘ und ‚Sehr zum Wohle‘ – gewünscht von einem Erzeugnis barocker Glaskunst“. In: Die Warte 174/2017, S. 32-36. Auch auf den Ausstellungskatalog „Vivat Clemens August“ von 2000 wird Bezug genommen.
- Dr. Franz Mürmann, Die früheren Glashüttenbetriebe in den Waldungen um Brakel. Artikel im Brakeler Anzeiger 1940. Er weist auf andere Standorte hin wie Sauernberg, Löwenberg bei Istrup, Lobbenberg bei Brakel und Mühlenberg in Riesel hin, für die eine Pachtzeit von 12 Jahren ausgegeben wurde. Als Namen werden genannt Elias Vaupel, Gundelach (Johann Heinrich und Johann Christian. Dann Vetter Johann Karl Imbsen und König mit Verwalter Becker aus Driburg. Vgl. Tafel-Inschrift.
Interessant ist der Hinweis auf den „ansehnlichen“ Ökonomiebetrieb, der sich mit dazu gepachteten Ländereien entwickelt hatte.



