Sonstige Pfarrer und Geistliche

Es gibt weitere Geistliche, die mit Brakel verbunden sind.

Allen voran die beiden Ehrenbürger Brakels, der Eggepater Beda Kleinschmidt und Bischof Petrus Legge. Sie werden an anderer Stelle beschrieben, vgl. Link.

Auch die Namen Hubertus Halbfas (Theologie-Professor) und Paul Consbruch (Weihbischof Paderborn) sind hinterlegt, bei „Pfr. Otto Schneider“.

Apollinaris Jörgens, Schwester

1921 (Wuppertal) – 2017 (Brakel), 95 Jahre.
Orden der Armen Schulschwestern v. U. L. Fr., Profess 1949
Lehramt für Volksschulen mit Tätigkeit in Brakel und Elberfeld Zusatzausbildung Archivarin und Hüterin der Bredengeschichte und der Geschichte der Ordensprovinz Westfalen.

Autorin
– Buch 1993 über Petrus Legge (Bischof). 1885 über Mutter Theresia (Ordensgründerin)
– Artikel in: Westfälische Zeitschrift
– Fünf Hefte der Brakeler Schriftenreihe 1996-2008 (Nr. 12, 14, 17, 18, 19, 21)

2001 Verdienstmedaille der Stadt Brakel

Ewald, Ruprecht

geb. am 09.07.1892 in Brakel, gest. am 05.02.1924. Ewald wurde aufgrund gesundheitlicher Beschwerden (Lunge) nur 31 Jahre alt. Er wurde in Paderborn begraben. Die Gruft der Franziskaner am Ostfriedhof besteht nicht mehr.
Sein Taufname ist Anton Josef Wilhelm Ewald, sein Ordensname bei den Franziskanern (OFM) wurde „Ruprecht“.

Eltern
Sein Vater war Josef Ewald aus Bad Driburg (1858-1927), der in Brakel Hauptlehrer und dann Schulleiter der Volksschule Brakel (1885 bis 1921). Josef Ewald war auch Chorleiter des Männergesangverein von 1868 von 1894 bis 1898. Seine Mutter war Antonie geb. Meyer (1851-1936). Das Wohnhaus der Familie lag in der Kapuzinergasse 2.

Tätigkeit
Er wurde 1919 Franziskaner in Paderborn. seine Priesterweihe erfolgt 1921 in Paderborn. Über seine Tätigkeit ist wenig bekannt. Umso größer ist sein Name für die Geschichte der Stadt Brakel.
Mit dem Buch „Geschichte der Stadt Brakel. Brakel 1925, Druck und Verlag Emil Ruthe“ hat er auf 364 Seiten erstmals eine Darstellung vorgelegt, in der Vorarbeiten von anderen Personen enthalten sind. So von seinem Vater Josef Ewald, der die die Beiträge von Wilhelm Engelbert Giefers ausgewertet hatte und selbst ein Nachlass im Stadtarchiv Brakel hat.
Von Ruprecht Ewald gibt es eine Reihe von Büchern mit Texten für Kirchenlieder usw. Sie liegt im Stadtarchiv vor.

Hermann Hoffmeister, Stadtamtmann und Chronist schreibt 1986 an den Kreisheimatpfleger Josef Leifeld: „Der eigentliche Verfasser ist allerdings der Vater von Ruprecht Ewald, der Rektor Ewald aus Brakel, der den weitaus größten Teil der Geschichte geschrieben hat, während der Sohn die Zusammenstellung besorgte.“ [Unterlagen Josef Leifeld, beim Kreis Höxter, Brief Hoffmeister v. 26.03.1986]

Ehrung
Im Jahr 1956 erfolgte im Gebiet Heineberg die Straßenbenennung „Ruprecht-Ewald-Weg“.

Quelle:
Brakeler Schriftenreihe Heft 20/2006 (AK Stadtgeschichte, Straßennamen), S. 118

Halbfas, Hubertus, Prof. Dr.

Hubertus Halbfas (1932-2022) war Priester, Religionspädagoge und ein Heimatfreund des Sauerlandes (Drolshagen). Er heiratete später, bekam Kinder und kämpfte ein Leben lang mit seiner Kirche.

Hier der Wikipedia-Eintrag.

In seinen Lebenserinnerungen, dem Buch von 2015
So bleib doch ja nicht stehen. Mein Leben mit der Theologie. Patmos, Ostfildern 2015 beschreibt er seine Zeit als Vikar in Brakel 1957-1960 wie hier in Auszügen folgt

Die Gemeinde, der ich im Juni 1957 zugewiesen wurde, war Brakel im Kreis Höxter. An einem warmen Sommertag schleppte ich meinen Koffer vom Bahnhof ins Pfarrhaus. Der Weg führte am gotischen Rathaus vorbei […]. Hinter dem Rathaus liegt der stille Kirchplatz, ringsum von hohen Linden umgeben.

Im Pfarrhaus erwartete mich Dechant Otto Schneider, der nun mein Chef war. Einer seiner ersten Sätze lautete: ‚Freiheit wird hier große geschrieben‘. Und so war es …

Allerdings war das Tagespensum stramm. Fast jeden Morgen ging es zum Religionsunterricht in die Volksschule, ins Progymnasium und in die Berufsschule. Ich wechselte in den Pausen mit dem Fahrrad die Schulen.  Da in den Wintermonaten an jedem Nachmittag außer Samstag und Sonntag Hausbesuche anstanden […] und auch an den Abenden Veranstaltungen stattfanden, blieb nur wenig Zeit für Unterrichtsvorbereitungen …

In seinen schriftlichen vorbereiteten Predigten in Brakel hat er geblättert und stellt fest, dass Dogmatik und Worthülsen damals im Vordergrund standen. 

„In Brakel bewohnte ich mit der Vikarie am Kirchplatz 7 zum ersten Mal ein eigenes Haus, ruhig gelegen, aber feucht und noch ohne den bescheidenen Standard, der Ende der 50er-Jahre zu erwarten gewesen wäre…“ – Sein Nachfolger Paul Consbruch erreichte ein grundlegende Sanierung zu seinem Einzug, so schildert er.

Es folgt ein Abschnitt über die Droste-Hülshoff, dem Romantikerkreis in Bökendorf mit August von Haxthausen.

Innerhalb des Dekanatsklerus war ich mit meinen 25 Jahren mit Abstand der Jüngste. Alle anderen, selbst wenn sie sich ebenfalls Vikar nannte, war eine Generation älter. Durchweg traf sich der Klerikerkreis am Montagnachmittag – oder war es nur einmal im Monat? Dann gab es einen Nachmittagskaffee, der zwei, drei Stunden nicht überdauerte. Gedanken über seelsorgerische Aufgaben wurden nicht diskutiert. Der eigenen Pflichtenkanon – Messen, Andachten, Beichtzeiten, Kirchenjahrsbräuche, Patrozinien – stand fest und es sah so auch, als würde diese Tradition unbeirrten Bestand haben.

Die Pfarrer, die ich hier kennenlernte, erschienen mir geistig wenig beweglich und in ihr dörfliches Milieu eingebunden; vermutlich verdämmerten sie ihre Abendstunden vor dem Fernseher. Einige waren auch kauzig. Der Pastor von Rheder im Nethetal ließ am 17. Juni, dem Tag der deutschen Einheit, das ‚Tantum Ergo‘ auf die Melodie des Deutschlandliedes singen. Er war durch den Baron, der noch die Patonatsrechte besaß, dorthin berufen worden. Der Adel sprach auch in den Dörfern mit.   

Hoch über Brakel gelegen war Schloss Hinnenburg. Soweit Graf und Gräfin von Bocholtz-Asseburg nicht zum Sonntagsgottesdienst in die Stadt kamen, was selten der Fall war, fand die Messe in der Burgkapelle statt. Daran nahmen neben der gräflichen Familie die Arbeiter und Angestellten des Schäferhofes teil. Anschließend wurde der Zelebrant mit an den Tisch des Hauses gebeten. Theologische Fragen wurden nicht erörtert.

Er schildert einen Besuch in Pömbsen, wo ein pensionierter Pfarrer als Einsiedler und Kenner der syrischen Traditionen lebte.  

Zum Dreikönigstag im Januar 1958 hatte ich für Brakel die Idee, alle Kinder und Jugendliche, denen es Freude bereiten würde, in einem großen Zug zusammenzufassen, um den Brauch des Sternsingens neu zu beleben. Wir beschafften Pferde und Esel, sorgten für Musik, gaben Anregungen für orientalische Bekleidung und traten dann mit Fanfaren, Gesang und Worten auf den Plätzen der Stadt auf…. 

Es gab Treffen auf Landesebene in Jugendhaus Düsseldorf und Kindermissionswerk in Aachen. Schließlich wurde eine neue Zielsetzung gefunden und Handreichungen entwickelt

Dieser Versuch dem alten Brauch, der eher ein Heischegang für die eigenen Tasche war, neuen Inhalt zu geben, hat sich seitdem entfaltet … Die Sternsingeraktion ist inzwischen weltweit die größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Von den Anfängen weiß keiner mehr etwas.  

1960 erschien sein Buch Handbuch der Jugendseelsorge und Jugendführung mit über 650 Seiten, an dem er in der wenigen freien Zeit gearbeitet hatte. Da Buch erlebte schnell zwei große Auflagen und führte zur Dissertation bei Prof.  Theodor Kampmann (1899-1983. Kampmann war Gründer der Frauenkommunität Hegge 1945 und weilte hier zu Besuch in den Ferien. Es war Professor für Katechetik und Pädagogik in München. Er fand hier eine „übergreifende Aufgabe, die meine Gedankenwelt und Gestaltungslust herausforderte“ (S. 68) jenseits von „täglichem Religionsunterricht, Hausbesuche, Kranken- und Altenbesuche, Ministranten- und Jugendarbeit, Pfarrblatt, Vorträge …“.    

Hatteisen, Ludwig

geb. in 1696 Brakel, gest. 1771 in Hildesheim
Er entstammte einer Patrizierfamilie Brakels, die das Leben der Stadt im 16. bis 18. Jahrhundert prägten.
Ludwig Hatteisen war Kleriker, Abt, OSB (Franziskaner), Weihbischof von Hildesheim. Er hat die Weihen 1764 und 1767 für Fürstbischof Wilhelm Anton in Paderborn vorgenommen.

Aus der Literatur über die Familie Hatteisen:
1622, im Dreißigjährigen Krieg, hatten die verschiednen Herrführer ihr Domizil im Wohnhaus bei einem Georg Hatteisen auf dem Thy, einem der reichsten Bürger. So beherbergte er 18 Tage den Oberstleutnant Beckmann mit 11 Pferden und 14 Personen. Danach Graf Anholt (kath.) und Begleiter bei und Rittmeister Palland, der 13,5 Wochen bei Hatteisen war.
Patrizier 16 -18. Jh.
Literatur:
Rainer Decker (1975): Die Chronik der Familie Hatteisen in Bakel
in Beiträge zur westf. Familienforschung 33-35, 1975, S. 15-39
Rupprecht Ewald (1925). Die Geschichte der Stadt Brakel. Faksimiledruck Druckerei Schröder 1984, S. 191/193

2010 ca. erfolgte eine Straßenbezeichnung „Ludwig-Hatteisen-Weg“ im Neubaugebiet Brunnenallee.

Tack, Wilhelm, Dr.

Dr. Wilhelm Tack (1897-1962) war Vikar in Brakel von 1924 bis 1929. Er machte Karriere und wurde 1949 Vorsitzender des Vereins für christliche Kunst im Erzbistum Paderborn. Posthum (1963) Kulturpreisträger der Stadt Paderborn. Vgl. Buch Nekrolog 2021 von A. Kurte.
Im Heimatbuch des (Alt-) Kreises Höxter 1927 (S. 145-149) steht ein Beitrag von ihm über „Das Dreikönigssingen in Brakel“. Darin die Kostümierung der Kinder („als Königsmäntel dienten Säcke“, dazu eine „möglichst große Handtasche oder Sack zur Aufnahme der Gaben“. Es folgen viele Textverse, in denen die Geschichte der Heiligen Dreikönige vorgestellt wird, „das Zusammentreffen mit Herodes und dem Kindlein von Bethlehem“. Von einer Haussegnung ist nicht die Rede, was erstaunt.

Er schreibt weiter, „Das Dreikönigssingen […] ist ein wertvoller Bestandteil unserer alten Volkssitten und verdient daher, wie die alten Volksgebräuche überhaupt, unbedingt erhalten zu werden“. – Kommentar: Die Zeit der 1930er Jahre war vollkommen unkritisch der Volkkundebewegung verhaftet. Erst Ende der 1950er Jahre wurde die religiöse Symbolik betont und als Sternsingerbewegung neu ausgerichtet. Siehe Beitrag Hubertus Halfas, Vikar in Brakel 1957-60.

Literatur
. Christoph Völker (1927): Heimatbuch des Kreises Höxter, hrg. durch Kreisausschuss. Druck Bonifatius Paderborn.
. 1950 Heimat- und Kulturwoche der Stadt Brakel. Führung einer Busexkursion zu kirchlichen Sehenswürdigkeiten im Wesertal durch Pfarrvikar Tack

Tewes, Franz-Josef

geb. 1804 in Brakel, gest. 1868
Priester, Bildung, Mystiker, Exerzitien an der Brede
Allgemein war er Förderer der Lehrerausbildung, der Schulen, der Kinder- und Jugendarbeit.. Er hielt missionarische Vorträge bei 250 Volksmissionen und war Verfasser von geistlichen Schriften.

Literatur
Brakeler Schriftenreihe Heft 18/2004 (Sr. Apollinaris, Pfr. Tewes muss sich wehren, S. 54-60)

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