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Zur Anzahl jüdischer Häuser und Geschäfte in Brakel

Brakel war in der Kaiserzeit und bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine sehr gut ausgestatte Einkaufsstadt. Daran waren auch die jüdischen Geschäfte mitbeteiligt. Über den Handel hinaus, hatten wohlhabende Familien auch Einkünfte aus Immobilien- und Landbesitz – ein weiterer Aspekt, der meist nicht genannt wird.   

Sa gab es in Brakel eine ganze Reihe von jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern. Teilweise waren sie schon seit dem 18. Jh. (!) im Familienbesitz und gleichzeitig der Wohnsitz. Landwirtschaftlicher Produktenhandel und auch Viehhandel erforderten weitere Stützpunkte.
Später wurden auch private Wohnhäuser wie z. B. in der Straße Am Gänseanger gebaut.

Es gibt mehrere Quellen zur Zahl der Häuser im Besitz von Juden aus der Zeit von 1850 bis 1940. In der allgemeinen Literatur finden sich auch mehrfach explizite Hinweise darüber. Sie beziehen sich meist aufeinander, beziehen, aber eine fundierte Zusammenstellung gibt es nicht.       

Im Handbuch der Historischen Kommission von 2013, das den Sachstand widerspiegelt gliedert sich das Kapitel der Ortsartikel „Bau- und Kunstdenkmälern“ in Gemeindeimmobilien / Wohn- und Geschäftshäuser / Friedhöfe.  

Herausgestellt wird auch der Aspekt der Lage mehrerer Häuser im Stadtzentrum um den Marktplatz. Insgesamt sind jeweils ca. 20-25 Gebäude genannt.

Nimmt man die Quelle „Kataster 1914“ dazu, ergeben sich ca. 40 Nennungen. Die Zahl von 40 Objekten ist realistisch, auch wenn man historische Zeitungsartikel mit einbezieht.   

Die Quellen
  • 1843: Die Volkszählung nennt 25 jüdische Haushalte  
  • 1850: Die „Bürgenliste der Kreissparkasse“ nennt 53 Bürgen, darunter 16 jüdische (Anteil 30%). In Brakeler Schriftenreihe, Heft 15 von 1998, S. 135-142   
  • 1900: Das „Verzeichnis der Mitglieder der Synagogengemeinde 1900/1901“ enthält die Personen (mit Angabe der Einkommenssteuer) und 26 Objekte.  
  • 1914: Bebauungsplan Entwurf der Stadt Brakel 1925 – auf der Katasterkarte 1914 im Maßstab 1:2.500. Der Plan sah den Bau einiger neuen Straßen vor.   
  • 1922: Das Adressbuch enthält 25 Einträge (abgezogen sind 2 Mietverhältnisse)
  • 1929: Das Adressbuch enthält 22 Einträge (abgezogen sind 6 Mietverhältnisse)
Literatur
  • 1984: Brigitta Schulte, Die Synagogengemeinde in Brakel. Staatsarbeit der GHJS Paderborn. Schreibmaschinenmanuskript im Stadtarchiv
  • 1990: Herbert Engemann: Geschichte der jüdischen Mitbürger in Brakel. Brakeler Schriftenreihe, Heft 6
  • 2013: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Hg. LWL Münster. Beitrag Brakel von Dr. Herbert Engemann
  • 2023: Elfie Pracht, Jüdisches Kulturerbe in NRW. Bd, II, Regierungsbezirk Detmold