Zur NS-Ortsgruppe Brakel
Vorweg
Die NSDAP-Partei war von Anfang an durchorganisiert nach dem Führerprinzip bis in die kleinen örtlichen Einheiten, die „Blocks“ (ca. 50 Hauhalte!) und „Zellen“. Fachwarte („Fachwalter“) für alles Mögliche wie Propaganda, Medien, Kultur usw. waren benannt und wurden regelmäßig geschult. Auch die Frauenschaft war gut miteinbezogen und sehr aktiv.
An der Spitze stand der einflussreiche „Ortsgruppenleiter“, der nach oben (an den Kreisleiter, die Bezirksleitung, die Gauleitung) regelmäßig berichten musste, wie die nationalsozialistische Bewegung aufgestellt war und wie die Meinung der Volksgenossen und Volkgenossinnen aussah. Durch Propaganda wurden diese wieder konsequent auf Linie gebracht. Diffamierung von Einzelpersonen kam häufig vor und blieb nicht ohne Folge für die Betroffenen. Unliebsame Meinungen sollten im Keim zu erstickt werden.
Eine Vielzahl von Verbänden, Gliederungen und Unterorganisationen wie SA (Sturmabteilung), SS (Schutzstaffel), NSW (Volkswohlfahrt), HJ (Hitlerjugend) usw. waren miteinbezogen und organisierten viele Veranstaltungen für die Partei.
Die Ortsgruppe Brakel
Die Anfänge in Brakel gehen in die Zeit 1920-23 zurück, als der völkische Schutz und Trutzbund bzw. die NSDAP entstand. Die Unzufriedenheit der Nachkriegszeit, die Enttäuschung von der Politik und der Versailler Vertrag wurden immer wieder ins Feld geführt. Zur Gründung der Ortsgruppe kam es erst im Jahr 1930. Das war nach Höxter und wenigen anderen eine frühe Ortsgruppe. Im ländlichen, katholischen Raum erfolgten die Gründungen meist erst 1932/33.
In späteren Rückblicken wird berichtet, dass das eine harte „Kampfzeit“ war mit vielen Veranstaltungen, wo sie sich gegen das Zentrum und die SPD und KPD wehren musste. Es habe mehrfach Tumulte bis zu „Saalschlachten“ gegeben. Da ist vermutlich überhöht, aber Kontra gab es auf den Versammlungen offensichtlich! Vgl. Jahr 1929: Auch wg. dem einen Plakat zugefügten Hinweis „Für Juden verboten“ zog die Stadt (Bürgermeister Müller!) die Genehmigung für die Stadthalle zurück. Zur Versammlung im Hotel Heltmann kamen dan 130-140 Personen.
Auch die katholische Kirche machte es teilweise ihren Mitgliedern schwer, wenn sie Parteimitglied geworden waren. Konkrete Fälle sind aber nicht benannt, so dass das auch halb-allgemeine Erfolgsmeldungen sein können.
1933 nach der Machtübernahme traten anerkannte öffentliche Personen in die Partei ein und erzeugten einen Sog-Effekt für immer weitere. Es folgte ein Aufnahmestopp bis 1937 und Mitglieder mit einer Nummer unter 100.000 in der Mitgliederpartei wurden besonders hofiert.
Die wöchentlichen Kundgebungen, Klein- und Großveranstaltungen bestimmten bald das öffentliche Leben. Es entstand ein halböffentliches Konglomerat bis in die Verwaltung und zur Polizei.
1939 umfasste die Ortsgruppe Brakel 7 Zellen mit 31 Blockleitern. Dazu gehörten auch Erkeln, Hembsen und Beller sowie Hinnenburg. Istrup war nun abgetrennt und bildete mit Herste u. a. eine eigene Gruppe.
Die Ortsgruppen-Jubiläen wurden – auch noch in Kriegszeiten – stets feierlich begangen, begleitet von Kulturbeiträgen und Resonanz in der Presse.
Quelle: Meldungen im NS-Volksblatt für den Kreis Höxter , insbesondere die Rückblicke 1941 (Die Geschichte der Ortsgruppe Istrup) und 1939 (Neuorganisation in der NSDAP. Ortsgruppe Brakel)
