Zwei Fälle Hofversteigerung: Rodemeyer (1842) und Tilly (1843)

Das Paderbornische Intelligenzblatt berichtet in zwei Ausgaben über Fälle der Versteigerung von Höfen in Brakel:
a) und b)
Die Zeitungsannonce berichtet nur über die Fakten (Liste der Grundstücke, Zahlen und Termine). Weitere Ergänzungen hier im Text sind der Stadtchronik entnommen.   

Zu a)

Fall Conrad Heinrich Rodemeyer 1842
Subhastation (Zwangsversteigerung) an drei Terminen im September 1842

  • Flächenumfang ca. 27 ha in 84 Parzellen
  • Aufgeführt sind Flurnummern und Flurnamen. Danach liegt die Mehrzahl im Bereich südwestlich von Brakel, also im Raum Warburger, Driburger Straße und Güterbahnhof.
  • Dabei handelt es sich um Flächen der Schafhude-Gerechtigkeit, Flächen aus den Hufen der v. Mengersen, v. Sierstorpff, des Fiskus und der Stadt. Die Lage des Stadtgundstücks mit Haus und Hof kann nicht einfach verortet werden, weil Flurumlegungen später wohl stattgefunden haben.

Der Besitzer sei mit Heuern und Schulden im Rückstand und so war die Versteigerung unumgänglich. Die Versteigerung habe dem Besitzer nach Abzug aller Belastungen 1.000 Rth. erbracht. Der Verkauf sei überwiegend an die Mittelklasse gegangen (StChr. 1842, S. 62). Das waren wohl selbständige Bürger (Handwerker), Ackerbürger und Juden.

Hinweis: Hier könnte es eine Verbindung geben zum „Ackermann“ Northeim.

Denkbar ist auch, dass die jüdische Familie Northeim (lfd. Nr. 1908 mit Haus-Nr. 252) Haus und Grundstücke bei der Zwangsversteigerung Rodemeyer erworben hat. Der Vorbesitzer Könnte Heinrich Rodemeyer (lfd. Nr. 1717) sein, wohnt in Hs. 228 und ist als Tagelöhner 50 Jahre alt und hat eine fünfköpfige Familie. Vgl. Volkszählung-Liste 1843.
In dieser ist auch ein Ludwig Tilly aufgeführt (Ackermann (lfd. Nr. 662), der wohl nichts mit der folgenden Ver5sigerung zu tun hat.

Zu b)
Fall Joseph Tilly 1843 (Ackerbürger)

  • Versteigerung im Mai 1843 an zwei Terminen
  • Flächenumfang ca. 15 ha in 77 Parzellen

Nähere Angaben zu den Umständen werden nicht gegeben. Die Flächen liegen vorwiegend westlich, nördlich und östlich von Brakel.  

Literatur
Paderbornisches Intelligenzblatt
– 1842 (Nr. 54 v. Mittwoch, den 6 Juli)
– 1843
StChr. Brakel 1803-1863