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Jüdisches Gedenken

Die Aktionen des Holocaust (1933-45) führten über die systematische Ausgrenzung zur kompletten Auslöschung des jüdischen Lebens in Brakel wie überall. Die Mutmaßungen über die Zeit wurden Gewissheit. Nach dem Krieg ab 1948 bestimmten die Existenzsorgen und die Weltprobleme wie der Kalte Krieg und die Atombewaffnung das Leben.

Eine allgemeine „Schweigegemeinschaft“ verhinderte eine Nennung oder Beschäftigung mit dem Thema. Dies um so mehr, da Brakel eine Kleinstadt war und jeder jeden kannte. So blieben die Täter und Mitläufer im Hintergrund, die reiche jüdische Kultur verschwand. Die „Wiedergutmachungs-“ und Entschädigungsverfahren zogen sich bürokratisch teils über Jahrzehnte hin, kein Ruhmesblatt für die junge Bundespublik Deutschland.

In Brakel fand die Herrichtung des demolierten jüdischen Friedhofes am Hembser Berg statt erst um 1960 (hier) – wenig beachtet in der Öffentlichkeit.

Die Erinnerungskultur und Beschäftigung mit dem Thema Holocaust kam in Brakel erst spät, in den 1980-er Jahren, voran, durch folgende Aktionen:

  • Die Staatsarbeit Brigitta Schulte 1984 über die jüdische Gemeinde. Examensarbeit der Univ./GH Paderborn (hier)
  • Gedenktafel an der Kriegerehrung 1985 für die Verfolgten des Nationalsozialismus, (hier)
  • Keine Tafel am Haus des Gastes (ehemals Rothenberg’sches Haus), Zur Erinnerung als „Judenhaus“ mit zentraler Unterbringung der letzten jüdischen Bewohner (ca. 30 Personen). Die Diskussion im Stadtrat 1984 (Antrag der Grünen) hatte als Ergebnis diese Erinnerung zu manifestieren. Eine Umsetzung ist nicht erfolgt.
  • Das Buch 1988 Nationalsozialismus und Verfolgung in Brakel (Dokumentation) von Engemann/Ernst mit Ausstellung im Haus des Gastes (hier)
  • Vier weitere Veröffentlichungen (hier)
  • Wanderausstellung 2021 „Einige waren Nachbarn – Täter, Mitläufer und Widerstand“ (hier)
  • Stolpersteine Verlegung 2023-2026 (hier)
  • Bundesweit wird 2026 das Erinnern auf Friedhöfen als Ergänzung oder anstatt des Verlegens von Steinen diskutiert

Das Gedenken in Brakel blieb sehr lange ambivalent, denn Veranstaltungen und öffentliches Gedenken fanden lange nicht statt, auch weitgehend nicht an Schulen. Erst im Zusammenhang mit einer Ausstellung 2021 des US Holocaust Memorial Museum und mit der Verlegung der Stolpersteine 2024, gelangten jüdische Schicksale in Brakel wieder in den Blickpunkt, ergänzt durch informative Zeitungsartikel. Zuletzt bei dem Gedenken am 9. Nov. 2025 „Klang der Stolpersteine“, einen musikalisch unterstützter Rundgang.