Die städtische Bleiche
Die städtische Bleiche und der Waschplatz an der Westmauer
Die Bleichfläche war laut Beschreibung von 1901 [1, S. 31-32] 0,68 ha groß – ohne einen dazugehörigen Teich. Es war eine Gemeindefläche, deren Nutzung gebührenpflichtig war. Der Pachtpreis des Waschmeisters bzw. der Wachfrau sei von 121 Mark auf 100 Mark jährlich gesunken. Ein Wohnhaus für den Pächter dort würde dazu beitragen, die „Sicherheit der niedergelegten Wäsche“ zu gewährleisten.
Die Bleiche war mit den dort vorhandenen Waschplätzen verbunden. Dort waren zugängliche Plätze an einem Seitenarm des Meierbachs vorhanden. Grob-Wäsche (Arbeitskleidung etc.) waschen war schwere körperliche Arbeit mit Auswringen und Schlagen auf dem Waschbrett, die von Mägden und jüngeren Frauen durchführten. Das Vorbereiten Einweichen, Herstellen der Lauge und Einstellen der Temperatur war eine Angelegenheit für sich. In Bollerwagen, Bottichen oder Körben wurde die Wäschen an den Waschplatz gebracht. Groß-Bürgerliche Haushalte ließen die Arbeit durch Waschfrauen ausführen. Eine saubere Wäsche war Ausdruck eines ordentlichen Haushalts. Waschplätze waren auch soziale Orte und wichtige Orte der Kommunikation für die Frauen.
Vgl. Flyer des Gewerbe- und Verkehrsvereins Scherfede 2026: Die Geschichte des Waschens beginnt am Waschplatz, mit Eröffnungen einer Dauerausstellung am Hellebach im Juni 2026
Literatur
- Julius Koberg (Veraltungsbericht 1901)
- Vgl. Ernst Würzburger: Die Warte 2024 Nr. 202, S. 26-28
Daraus diese Stichworte: In Höxter gab es eine Bleiche 1863-1930 an der Weser bei der Brücke. Es gab 40 Parzellen, um das naturfarbene Garn der Leineweber und die Wäschestücke der Hausfrauen zu bleichen. Ab 1900 gab es künstliche Wasch- und Bleichmittel, die das Bleichen zurückdrängten.
